Historie – Die lange Tradition der INTERSERIE

40 Jahre Motorsport – Von den Sportwagen bis hin zur Formelliga

Die seit 1970 bestehende INTERSERIE kann wie keine andere Rennserie auf eine mehr als 40 – jährige Tradition zurückblicken. Sie ist die älteste Rundstreckenserie in Deutschland. Als „Rennen zwischen den Rennen“ vor allem für die europäische Sportwagenszene wurde Sie 1970 in Stuttgart bei der „Motor Sport Freizeit“, der heutigen CMT, als Pendant zur amerikanischen CanAm-Serie gegründet. Die INTERSERIE etablierte sich von Null auf Hundert als Betätigungsfeld für die damaligen Sportwagen der Gruppe 5, Gruppe 6, CanAm und der Spezial-GT-Wagen der Gruppe 4.

Das Reglement gab nationalen und internationalen Spitzenteams der Sportwagenszene die Möglichkeit, ihre Boliden nachhaltig bei Sprintrennen einzusetzen. Diese Kategorie von Sportwagen und Prototypen bestimmten das Bild der INTERSERIE von 1970-1982. Das Premiererennen am 28.Juni 1970 auf dem Nürnberger Norisring gewann Jürgen Neuhaus vor Gijs van Lennep (beide Porsche 917 K) und Pedro Rodriguez (Porsche 908/02). Die Sieger- und Starterlisten von damals sind klangvoll und hatten mit Stars wie Leo Kinnunen, Niki Lauda, Herbert Müller, Emmerson Fittipaldi, Vic Elford, Richard Attwood, David Piper, Helmut Marko und Willy Kauhsen reichlich internationale Prominenz zu bieten.

Von 1974 bis 1985 wurden die Sieger der Interserie von der FIA als FIA- Coupe- Sieger geehrt. Anfang der achtziger Jahre begann auch in der INTERSERIE die glorreiche Zeit der bis heute beliebten Gruppe C. Diesen pfeilschnellen Sportwagen war es zu verdanken, das die INTERSERIE nochmals an Attraktivität gewann. Allen voran spielten die Porsche-Kundenteams mit dem Porsche 956 und später dem 962 C eine Hauptrolle. Sehr gern wurde die INTERSERIE als Sportwagen-Europameisterschaft für Privatiers umschrieben. Damals galt die INTERSERIE als kostengünstige Alternative zur Sportwagen-WM und zum ADAC-Supercup. Die Teams von Joest Racing und Porsche Kremer prägten die INTERSERIE-Gruppe C-Zeiten. Es waren aber auch die Duelle eines Bernd Schneider (D) gegen Manuel Reuter(D) und eines Oskar Larrauri gegen John Winter oder Walter Lechner. Unvergessen sind die Auftritte von Kris Nissen, Walter Brun und Jochen Dauer. 1986 bestimmten die Joest-Piloten Klaus Ludwig und John Winter die Szenerie. Mit Hans-Joachim Stuck, Jo Gartner, James Weaver, Franz Konrad und Volker Weidler präsentierte die INTERSERIE internationales Sportwagenspitzenniveau. Unvergessen sind die INTERSERIE-Gastspiele im tschechischen Most Mitte der achtziger Jahre. Der eiserne Vorhang wurde durchlässiger. Auf Betreiben der INTERSERIE-Organisation um Promotor Paul Goppert entstand auf einer ehemaligen Abraumhalde des böhmischen Braunkohlereviers das Autodrom Most. 150.000 Zuschauer, darunter tausende Motorsportfans aus der DDR, strömten in die damalige Tschechei, als der Westmotorsport endgültig den Osten eroberte.

Bis 1995 behielt die INTERSERIE ihr markantes Erscheinungsbild mit den Gruppe C-Sportwagen. Die neue Generation von INTERSERIE-Fahrzeugen, nämlich die hubraumstarken Formel 1 oder IndyCars mit Kotflügeln standen bereits in den Startlöchern. Sie bestimmten den weiteren Verlauf der Traditionsrennserie bis 1998 mit sehenswerten Duellen und manchen Streckenrekorden auf den europäischen Rennpisten. Formel 1-Technik wie der Footwork-Judd-F1 CanAm oder der HSB-Audi-Turbo CanAm aus der amerikanischen IndyCar-Serie prägte die INTERSERIE im entscheidenden Maße. Berühmt auf Grund seiner spektakulären Bauweise und Eigenart wurde der Lola-Horag-Audi-Turbo mit dem Walter Lechner (A) einige INTERSERIE-Titel gewann. 2000 kam es dann zum vorerst letzten großen reglementbedingten Umbruch. Die INTERSERIE öffnete sich für Renn- und Sportwagen mit Zweilitermotoren. Diese prägen das Bild der INTERSERIE bis zum heutigen Tag.

Folgerichtig entschied man sich zur Einführung von 4 Divisionen. Zwei davon sind den formelfreien Rennwagen der Gruppe E vorbehalten. Die beiden anderen wurden zum Betätigungsfeld im Sportwagenbereich auf überwiegend CN-Basis. Seit dem bestimmen Formel 3000 und Nissan-Worldserie-Fahrzeuge bis hin zu Formel 3, Formel Renault und Formel 2000 die INTERSERIE. Privatiers, Vollblutracer und Neueinsteiger nutzten die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge in einem internationalen Starterfeld zu präsentieren.

Bei den heutigen Interserie Sprintrennen (2 x 70km) hat sich die Kooperation mit dem Austria Formel 3 Cup bewährt. Seit 2006 wird die Interserie vom AvD unterstützt und läuft offiziell unter den Namen AvD Interserie Sprint Challenge. Neben den 4 permanenten Rennstrecken in Deutschland war man des öfteren in Tschechien, Österreich, Italien, Polen, Ungarn und Frankreich zu Gast. Damit hat sich die Interserie bis heute ihre Internationalität bewahrt.

Rolf Schindler
(Presse INTERSERIE)

 
Hier finden Sie weiteres Interessantes & Wissenswertes aus der Geschichte der Interserie.

40 Jahre Interserie / Quelle: Fatecpro, Interserien-Register, 73207 Plochingen
Bericht Hockenheim 1970 / Quelle:Deutsche Autozeitung 1970